Beirut. Zeiten des Designs
14.03 – 25.06.2023

Ausstellungen

Trotz aller sich hartnäckig haltenden Klischees und seines Image als verfluchtes Land (Bürgerkrieg von 1975 bis 1990, lang anhaltende wirtschaftliche und politische Krisen, Explosion im Hafen am 4. August 2020) legte Beirut – und der Libanon durch die Stadt – im Lauf seiner Geschichte stets einen vitalen Elan an den Tag, der den Wunsch zu leben über alles andere stellt, da das Morgen schon heute ist.

Seit den frühen 2000er-Jahren erlebt die Stadt an der Schnittstelle zwischen Orient und Okzident einen Aufschwung in allen künstlerischen Bereichen. Einer der wichtigsten Indikatoren dafür ist das Design.

Diese Blüte des Designs im Libanon ist dennoch eine Ausnahme in der Region. Sie ist aufgrund der langjährigen kulturellen Beziehungen zu Europa, insbesondere zu Frankreich, aber auch zu den Emiraten und deren uralten Kulturen des Know-how zu verstehen, die zur Originalität des Schaffens der libanesischen Designer beitragen. Beirut ist sich dieser einzigartigen Position zwischen westlichem Erbe und östlicher Identität mit einem Fuss am Mittelmeer und dem anderen in Asien bewusst. Die Stadt schafft ihr Design und verwandelt ihren Multikulturalismus in eine kreative Kraft.

Bis zur Realisierung dieses Ausstellungs- und Publikationsprojekts durch das mudac gab es keine Studie über die Geschichte des Designs im Libanon von der Unabhängigkeit des Lands im Jahr 1943 bis heute. Dieses riesige Projekt, an dem sechs Jahre lang gearbeitet wurde, soll diese Lücke schliessen. Es gewährt einen Überblick über das Thema, der sich auf eine umfangreiche Dokumentation stützt und gleichzeitig eine Reihe von Angaben liefert, die durch das Verschwinden grosser Archivteile während und nach dem Bürgerkrieg verloren waren. Die Untersuchung stützt sich zudem auf den soziopolitischen und kulturellen Kontext, der dazu beitrug, dass Beirut heute trotz aller Unruhen eine kreative Stadt ist.

Um die dynamischen Linien zu erfassen, die es dem Design ermöglicht haben, sich im Libanon zu entwickeln, wurde die mit dem CID in Grand-Hornu, Belgien, koproduzierte Ausstellung Beirut. Zeiten des Designs in drei Sektionen gegliedert. Die erste befasst sich mit den Anfängen des Designs im Libanon zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren, die zweite mit den 2000er-Jahren bis heute und die dritte mit dem Minjara-Projekt und seiner Philosophie. Diese drei verschiedenen Perspektiven bieten dem Publikum einen Blick auf eine Stadt und ein Land in ständigem Wandel, für den das Design heute ein privilegierter Zeuge ist.

Die Eröffnung findet am Donnerstag, 16. März, um 18 Uhr statt.

Kuratorium
Marco Costantini

Szenografie
Gaith and Jad Studio, Beyrouth

Wissenschaftlicher Mitarbeiter für den historischen Teil
Gregory Buchakjian

Koproduktion
CID, Grand-Hornu

 

Partnerschaft
Alba, Académie libanaise des beaux-arts, Université de Balamand AUB,
American University of Beirut

Catalogue

Ein Katalog, das erste Nachschlagewerk über libanesisches Design, wird von Kaph Books herausgegeben. Er befasst sich mit der Geschichte des Designs in Beirut, der Entstehung des zeitgenössischen Designs und dem solidarischen und kreativen Minjara-Projekt.

Autor·innen : Marco Costantini, Gregory Buchakjian, Charif Majdalani, Marc Baroud, Hala Abdel Malak, Chérine Magrabi , Hala Moubarak