HELGA 2026 – Love Story

Frei­tag, 16. Okto­ber 2026

Schwei­zer Fachtref­fen für Szeno­gra­fie und Kommu­ni­ka­tion im Raum

Orga­ni­siert vom mudac und der HEAD – Genève hat sich HELGA 2026 als führen­der Treff­punkt der Schweiz für Fach­leute aus den Berei­chen Szeno­gra­fie und Raum­kom­mu­ni­ka­tion etabliert. Unter dem Thema "Love Story" beleuch­tet die dies­jäh­rige Ausgabe beruf­li­che Bezie­hun­gen, krea­tive Span­nungs­fel­der und frucht­bare Alli­an­zen durch einen Tag voller Gesprä­che, Begeg­nun­gen und gemein­sa­mer Perspek­ti­ven.

Preise

Fachperson 55 CHF
Student·in, Alumni 15 CHF
Patenschaft
(1 Eintritt + 1 Eintritt Studierende)
70 CHF
Pionier
(1 Eintritt + Unterstützung für HELGA)
95 CHF
Mitglied ICOM 45 CHF

Thema: Love Story – Beruf­li­che Bezie­hun­gen, krea­tive Span­nun­gen und frucht­bare Alli­an­zen

Hinter jeder Ausstel­lung, jeder räum­li­chen Inter­ven­tion und jeder szeno­gra­fi­schen Erzäh­lung verbirgt sich eine Geschichte mensch­li­cher Bezie­hun­gen. Dialoge, die manch­mal mühe­los verlau­fen, manch­mal von Span­nun­gen geprägt sind. Verhand­lun­gen, Kompro­misse, gemein­same Begeis­te­rung und produk­tive Meinungs­ver­schie­den­hei­ten. Geschich­ten, die durch Vertrauen, Miss­ver­ständ­nisse, feine Über­ein­stim­mun­gen und krea­tive Reibun­gen geformt werden.

Für die Ausgabe 2026 lädt HELGA, orga­ni­siert von mudac und der HEAD – Genève, dazu ein, jene beruf­li­chen "Lie­bes­ge­schich­ten" zu erkun­den, die die Praxis der Szeno­gra­fie prägen: die Bezie­hun­gen zwischen Szeno­graf:innen, Kura­tor:innen, Desi­g­ner:innen, Insti­tu­ti­o­nen, Künst­ler:innen, Auftrag­ge­ber:innen und Produk­ti­ons­teams.

Eine Ausstel­lung zu gestal­ten bedeu­tet vor allem, eine Bezie­hung aufzu­bauen, die auf Zuhö­ren, Inter­pre­ta­tion, Über­set­zung und Projek­tion beruht. Eine Bezie­hung, in der sich kura­to­ri­sche Visi­o­nen, räum­li­che Ambi­ti­o­nen, insti­tu­ti­o­nelle Rahmen­be­din­gun­gen, budge­täre Anfor­de­run­gen und tech­ni­sche Reali­tä­ten eng mitein­an­der verwe­ben. Eine Bezie­hung, in der jede betei­ligte Person ihren Platz finden, ihren Hand­lungs­spiel­raum aushan­deln, ihre Über­zeu­gun­gen vertre­ten und zugleich offen für andere Perspek­ti­ven blei­ben muss.

Zwischen Leiden­schaft und Frus­tra­tion, Kompli­zen­schaft und Konflikt werden diese Koope­ra­ti­o­nen zu echten beruf­li­chen Liebes­ge­schich­ten: manch­mal ideal, manch­mal schwie­rig, oft komplex, aber immer prägend. Sie beein­flus­sen tief­grei­fend die krea­ti­ven Prozesse, die daraus entste­hen­den räum­li­chen Formen und die Erzäh­lun­gen, die dem Publi­kum letzt­lich vermit­telt werden.

HELGA 2026 lädt dazu ein, über die Bezie­hungs­dy­na­mi­ken nach­zu­den­ken, die unsere Berufe prägen:

  • Dialoge zwischen Kura­tor:innen und Szeno­graf:innen
  • Fragen von Macht und Verant­wor­tung
  • Span­nun­gen zwischen Inhalt und Form
  • Reibun­gen zwischen krea­ti­ver Frei­heit und insti­tu­ti­o­nel­len Rahmen­be­din­gun­gen
  • Das fragile Gleich­ge­wicht zwischen Wunsch, Enga­ge­ment und wirt­schaft­li­chen Reali­tä­ten

Durch Vorträge, Diskus­si­o­nen, parti­zi­pa­tive Formate und infor­melle Austauschmo­mente möchte dieses Tref­fen einen kollek­ti­ven Raum für Refle­xion schaf­fen: über die Bedin­gun­gen, unter denen unsere Projekte entste­hen, und über die zutiefst mensch­li­che Dimen­sion unse­rer beruf­li­chen Praxis.

Programm 2026

13h00 Begrüssung und Eröffnungswort
13h40 -15h10 Teil 1

Präsentationen von:

Studiengang Szenografie der HEAD – Genève

Schweizer Berufsverband für Szenografieberufe
Mattias Mohr und Fabienne Geneviève Barras

ICOM ARCHI-TECHS ( (Marina Martin)

BeAr Studio

Let's Play, ein partizipativer und interaktiver Moment.
15h10-17h30 Teil 2

Fallstudien von 9 Referent:innen
17h30 - 21h00 Mentoring, Diskussionen und Begegnungen zwischen Fachleuten und Studierenden
Apéro, zubereitet vom Kollektiv La Dalle

Teil 1

13:55–14:05 Linkedin

Marina Martin ist eine Muse­ums­­mit­a­r­­bei­te­rin mit einer multi­­dis­­zi­p­li­nären und inter­na­ti­o­na­len Karriere, die Museen aus unter­­schie­d­­li­chen Perspek­ti­­ven gewi­d­­met ist. Derzeit arbei­tet sie als Ausstel­­lungs- und Samm­­lungs­­re­­gis­tra­rin bei Photo Elysée und ist Vorsit­­zende von ICOM ARCHI-TECHS, dem Inter­na­ti­o­na­len Komi­tee für Muse­ums­a­r­chi­tek­tur und Muse­ums­tech­­nik.

Sie ist ausge­­bil­­dete Archi­tek­tin und Stadt­­­pla­­ne­rin (Unive­r­­­si­dade Esta­­dual Paulista und ENSA Paris-La Villette) und besitzt einen gemein­sa­­men Master­ab­­schluss in Kultur­er­­be­­ma­na­­ge­­ment(Unive­r­­­sité Paris 1 Panthéon-Sorbonne, Unive­r­­­si­dade de Évora und Unive­r­­­sità di Padova) sowie einen gemein­sa­­men Doktor­ti­tel in Geschichte und Kunst­­­ge­­schichte (Unive­r­­­si­dadeEsta­­dual de Campi­nas, Unive­r­­­sità Ca’ Foscari und IUAV Vene­­dig).

Zu ihrer beruf­­li­chen Erfah­rung gehö­ren Tätig­kei­ten als Restau­rie­rungs­­a­r­chi­tek­tin (KruchinArqui­te­tura) sowie als Ausstel­­lungs­­­de­­si­g­­ne­rin und -koor­­di­na­to­rin (Santi­ago Cala­trava – Archi­tects & Engi­­neers). Darüber hinaus lehrte sie Ausstel­­lungs­­­de­­sign im Hoch­­­schul­­be­reich (Senac) und war Gast­­do­­zen­tin für das Fach Lette­ra­tura arti­­stica e prati­checura­to­ri­ali an der Unive­r­­­sità Ca’ Foscari. Para­l­lel zu ihrer beruf­­li­chen Tätig­keit betreibt sie unab­hän­­gige Forschung an der Schnit­t­­stelle von Kunst- und Archi­tek­tur­­ge­­schichte, mit beson­­de­rem Schwer­­punkt auf der Geschichte kultu­rel­­ler Insti­tu­ti­o­­nen, darun­ter die Bien­nale von Vene­­dig.

14:05–14:10 Website

Szeno­­gra­­fie Schweiz ist der neue Berufs­­­ver­­­band für die Szeno­­gra­­fie­­be­­rufe in der Schweiz. Der Verband setzt sich dafür ein, ein leben­­di­­ges Netz­­werk für Szeno­­gra­­fin­­nen und Szeno­­gra­­fen aufzu­­bauen und die Szeno­­gra­­fie als eigen­­stän­­dige profes­­si­o­­nelle Diszi­p­lin zu stär­ken.

Wir werden den Verband vors­tel­len und freuen uns zudem auf einen infor­­mel­len Austausch "abseits der Bühne".

14:10–14:40 Website

BeAr ist ein Archi­tek­tur­­büro mit Sitz in Bilbao, das von Ane Arce und Iñigo Beara­s­te­­gui gegrün­­det wurde. Das 2016 gegrün­­dete Büro versteht Archi­tek­tur als diskur­­sive Praxis, in der sich Projek­t­a­r­­beit, Forschung und kriti­­sche Refle­­xion gegen­­sei­tig befruch­ten.

Ihr Ansatz, der von mehre­ren Insti­tu­ti­o­­nen aner­­kannt wird, darun­ter Egur­tek, die Stif­tung der Peña-Ganche­­gui-Archive und die BEAU, hinter­fragt die kultu­rel­len, poli­ti­­schen und sozi­a­len Dimen­­si­o­­nen der zeit­­ge­nö­s­­si­­schen Archi­tek­tur.

 

Teil 2

15:15–15:25 Website

Als ausge­­bil­­dete Desi­g­­ne­rin beglei­tet Sophie Civita die Konzep­tion und Umset­­zung von Ausstel­­lun­­gen im Pavil­lon de l’Ar­­se­nal, einem Infor­­ma­ti­­ons-, Doku­­men­ta­ti­­ons- und Ausstel­­lungs­­­zen­trum, das sich der Archi­tek­tur und Stadt­­ent­wick­­lung von Paris und der Metro­­pol­re­­gion Grand Paris widmet. Ihre Tätig­keit bewegt sich an der Schnit­t­­stelle von Produk­tion, Szeno­­gra­­fie und Projek­t­­ko­or­­di­na­tion. Sie wirkt an der Reali­­sie­rung von Ausstel­­lun­­gen sowie an der Entwick­­lung ihrer räum­­li­chen und narra­ti­­ven Konzepte mit und arbei­tet dabei eng mit den verschie­­de­­nen an ihrer Umset­­zung betei­­lig­ten Akteu­ren zusam­­men.

Als Produ­­zent von Ausstel­­lun­­gen und Doku­­men­ta­r­­fil­­men, Heraus­­ge­­ber von Publi­­ka­ti­o­­nen und digi­ta­len Inha­l­ten sowie Veran­­sta­l­ter von Debat­ten veröf­­fent­­licht, doku­­men­tiert und vermit­telt das Pavil­lon de l’Ar­­se­nal die Arbeit jener, die die Stadt denken und gesta­l­ten. Mit einer leben­­di­­gen Dars­tel­­lung der Entwick­­lung der Haup­t­­stadt rückt sein Programm Krea­ti­vi­tät und die Viel­falt der Ansätze in den Mittel­­punkt und ermög­­licht es allen, die Heraus­­for­­de­run­­gen des Städ­te­­baus von gestern und morgen besser zu vers­te­hen und zu teilen.

15:25–15:35

Emma Canton, Frida Law und Sofia Tapia Buchelli lern­ten sich während ihres Master­­stu­­di­ums in Innen­­a­r­chi­tek­tur an der HEAD – Genève in der Schweiz kennen.

Mit unter­­schie­d­­li­chen kultu­rel­len und gesta­l­te­ri­­schen Hinter­­grün­­den aus Italien, Hong­­kong und Mexiko brin­­gen sie ihre indi­vi­­du­el­len Perspek­ti­­ven in eine gemein­­same Ausein­an­­der­­set­­zung mit der heuti­­gen Praxis der Raum­­­ge­­sta­l­tung ein.

Ihre gemein­sa­­men Projekte bewe­­gen sich zwischen Szeno­­gra­­fie, Forschung, Innen­­a­r­chi­tek­tur und Setde­­sign. Sie waren unter ande­rem bei Festi­vals wie dem MMMAD 2024 in Madrid und den Journées Européen­­nes du Patri­­moine in Genf vertre­ten und orga­­ni­­sier­ten inter­na­ti­o­nale Sympo­­sien gemein­­sam mit dem Insti­tute for Post­na­tu­ral Studies.

Emma lebt derzeit in Belgien, wo sie als Desi­g­­ne­rin für Festi­val- und Clubräume für das Horst Festi­val bei Onkruid sowie als Spatial Desi­g­­ne­rin bei Stand Van Zaken, Door­­zon und Theo De Meyer tätig war. Frida lebt und arbei­tet in Hong­­kong und reali­­siert mit Studios wie POINT und NAPP Ausstel­­lun­­gen, Insta­l­la­ti­o­­nen und Setde­­sign-Projekte. Sofia lebt aktu­ell in Mailand und arbei­tet für 2050+ an Projek­ten in den Berei­chen Kura­tie­ren, Forschung, Ausstel­­lungs­­­de­­sign und Archi­tek­tur.

Gemein­­sam beschlos­­sen die drei, in ihrer Frei­­­zeit ein Projekt für einen Open Call zu entwi­­ckeln und umzu­­set­­zen.

15:35–15:45 Linkedin

Marco Calderón ist ein fran­­zö­­sisch-mexi­­ka­­ni­­scher Kura­tor und Forscher, der sich auf die kultu­rel­len Austausch­pro­­zesse zwischen Europa und Latein­a­me­rika, insbe­­son­­dere Mexiko, spezi­a­­li­­siert hat. Er absol­vierte sein Studium im Bereich Art-Espace an der École nati­o­nale supérieure des Arts Décora­tifs de Paris (ENSAD) und besitzt einen Master­ab­­schluss im Kunst­­­mark­t­­ma­na­­ge­­ment des IESA (2016–2017).

Als Dokto­rand für Ästhe­tik an der Unive­r­­­si­tät Paris 8 widmet er seine Disser­ta­tion den nati­o­na­len Reprä­­sen­ta­ti­o­­nen auf der Bien­nale von Vene­­dig. Nach zehn Jahren kura­to­ri­­scher Tätig­keit in Frank­reich war er Präsi­­dent und Künst­le­ri­­scher Leiter des Vereins Art Players in Paris (2017–2025). Darüber hinaus kura­tierte er die Wander­ausstel­­lung Der Erste, der lacht von Mauri­­cio Limón (Paris–­­Ma­dri­d–­­Ber­­lin, 2020–2022) in Zusam­­me­n­a­r­­beit mit dem Mexi­­ka­­ni­­schen Kultur­in­s­ti­tut in Frank­reich.

Seit Okto­­ber 2025 ist er kura­to­ri­­scher Bera­ter von AMES – Asocia­­ción de Arti­­stas Mexi­­ca­nos en Suiza (Bern). Während seiner Resi­­denz bei air-Montreux konzi­pierte er die Ausstel­­lung Zehn Milli­o­­nen, Die Schweiz exis­tiert nicht, die einen Dialog zwischen zwei Terri­to­rien herstellt.

15:45–15:55 Linkedin

Rahel Rippel absol­viert derzeit den Master­­stu­­dien­­gang Design Insta­l­la­tion an der HEAD – Genève. Ursprüng­­lich aus Deut­sch­­land stam­­mend, zog sie während ihrer Jugend nach Bern in der Schweiz. Mit einem Hinter­­grund in Illus­tra­tion und Insta­l­la­tion erforscht sie in ihrer Arbeit, wie sich Illus­tra­tion in den Raum erwei­tern lässt, um immer­­sive Erzäh­­lun­­gen und kollek­tive Erfah­run­­gen zu schaf­­fen.

Durch Insta­l­la­ti­o­­nen, parti­­zi­pa­tive Projekte und kolla­­bo­ra­tive Prozesse unter­­sucht sie sozi­ale Struk­tu­ren, zwischen­­men­sch­­li­che Bezie­hun­­gen und den Alltag. Ihre Arbei­ten entwer­­fen häufig alter­na­tive Reali­tä­ten und utopi­­sche Formen des Mitein­an­­ders und der Fürsorge. Dabei nutzt sie Work­­shop-Formate als Räume für Begeg­­nung, Austausch und kollek­tive Vors­tel­­lungs­­­kraft.

Mit kosten­­­güns­ti­­gen Mate­ri­a­­lien entwi­­ckelt sie trans­­dis­­zi­p­li­näre Projekte, die Menschen zusam­­men­­brin­­gen und neue Perspek­ti­­ven auf gemein­­same gesell­­schaft­­li­che Reali­tä­ten eröff­­nen.

16:35–16:45

Le Bureau des Scéno, gegrün­­det von Neda, Vale­ria, Célia und Fanny im Sommer 2025, ist ein Kollek­tiv von Szeno­­graf*in­­nen aus dem Bereich der dars­tel­len­­den Künste in der West­schweiz. Es entstand aus dem gemein­sa­­men Bedür­f­­nis heraus, sich zu vernet­­zen, um den Berufs­­s­tand sicht­­bar zu machen, einen Raum für Austausch, Refle­­xion und gegen­­sei­tige Unter­­stüt­­zung zu schaf­­fen.

16:45–16:55 Website

Phil­ippe Calame studierte nach dem Abschluss seiner schu­­li­­schen Ausbil­­dung am Insti­tut unive­r­­­si­taire de hautes études inter­na­ti­o­na­les (IUHEI) in Genf und erlangte dort 1995 seinen Abschluss. Im Jahr 2000 absol­vierte er eine Ausbil­­dung im audio­vi­­su­el­len Bereich am Centre pour l’Image Contem­­po­raine (CIC) in Genf. Seit 2003 ist er im Schwei­­zer Berufs­­re­­gis­ter der Jour­na­­list:innen (RP) einge­tra­­gen.

Nach ersten beruf­­li­chen Erfah­run­­gen im Fern­­se­hen entwi­­ckelte er seine Tätig­keit als Kame­ra­­mann und Doku­­men­ta­r­­fil­­mer weiter. Im Jahr 2018 schloss er an der Unive­r­­­si­tät Neuen­­burg erfol­g­reich ein Certi­­fi­­cate of Advan­­ced Studies (CAS) in Weiter­­bil­­dung mit dem Titel Förde­rung einer Kultur­in­s­ti­tu­tion (Promou­voir une insti­tu­tion cultu­relle) ab.

Seine beruf­­li­che Praxis umfasst die Produk­tion und Regie von Doku­­men­tar- und Spiel­­fil­­men für Kino und Fern­­se­hen, jour­na­­lis­ti­­sche Repor­ta­­gen sowie insti­tu­ti­o­­nelle Projekte und Vorha­­ben im Muse­ums­­be­reich.

16:55–17:05 Website

Chiara Rubessi, PhD, ist Forsche­rin und Dozen­tin für Desi­gnge­­schichte und Desi­gnkul­tur an der ISIA in Rom und Florenz sowie an der Acca­­de­­mia di Brera in Mailand. Darüber hinaus ist sie Mitgrün­­de­rin und Vertre­te­rin von ONEx­hi­­bi­tEdu, einer unab­hän­­gi­­gen und offe­­nen Forschungs­­­plat­t­­form, einem Archiv sowie einem inter­na­ti­o­na­len Raum für kultu­rel­len und wissen­­schaft­­li­chen Austausch, der sich den Exhi­­bi­tion Studies, dem zeit­­ge­nö­s­­si­­schen Ausstel­­lungs­­­de­­sign und Prak­ti­ken der räum­­li­chen Kommu­­ni­­ka­tion widmet.

In der Verbin­­dung von Visual Studies, Desi­gnthe­o­rie und Care-Prak­ti­ken unter­­sucht ihre akade­­mi­­sche Forschung die Schnit­t­s­tel­len zwischen Räumen, Insti­tu­ti­o­­nen und sozi­a­­ler Nach­ha­l­tig­keit. Dabei bewegt sie sich im Span­­nungs­­­feld von Päda­go­­­gik und Insti­tu­ti­­ons­­kri­tik.

ONEx­hi­­bi­tEdu fördert eine gemein­­schaft­­li­che Forschungs- und Gesta­l­tungs­­pra­­xis, die von Forschen­­den und Desi­g­­ner:innen gemein­­sam getra­­gen wird. Die Akti­vi­tä­ten reichen von der Erfor­­schung des globa­len Ausstel­­lungs­­we­­sens über die Erstel­­lung spezi­a­­li­­sier­ter Biblio­­­gra­­fien bis hin zur Archi­vie­rung und Veröf­­fent­­li­chung reali­­sier­ter Ausstel­­lungs­­pro­jekte. Insbe­­son­­dere durch Ausschrei­­bun­­gen zu einzel­­nen Schlüs­­sel­­be­­grif­­fen eröff­­net die Plat­t­­form Räume für kollek­tive Debat­ten, die darauf abzie­len, den konzep­ti­o­­nel­len, opera­ti­­ven, kriti­­schen und seman­ti­­schen Wert zentra­­ler Begriffe des Ausstel­­lungs­­­de­­si­gns zu unter­­su­chen.

Die Ausstel­­lung wird dabei nicht als line­a­­rer Produk­ti­­ons­pro­­zess oder bloßes Instru­­ment zur Vermit­t­­lung bereits vorhan­­de­­nen Wissens verstan­­den, sondern als expe­ri­­men­telle Praxis und rela­ti­o­na­­ler Prozess, der auf den Inter­ak­ti­o­­nen zwischen Kura­tor:innen, Desi­g­­ner:innen, Insti­tu­ti­o­­nen und Publi­­kum basiert.

Indem ONEx­hi­­bi­tEdu Bildung und theo­re­ti­­sche Refle­­xion als kriti­­sche Werk­­zeuge zur Unter­­su­chung der Infra­­s­truk­tu­ren kultu­rel­­ler Produk­tion begreift, möchte die Plat­t­­form einen konti­­nu­ier­­li­chen Diskurs fördern, der theo­re­ti­­sche und sinn­­li­che Formen der Ausein­an­­der­­set­­zung mit Ausstel­­lungs­­­de­­sign erneu­ert und weiter­ent­wi­­ckelt. Ihre Arbeit leis­tet einen Beitrag zu den sich wandeln­­den Debat­ten über zeit­­ge­nö­s­­si­­sche Ausstel­­lungs­­e­ko­lo­­gien und legt dabei beson­­de­ren Wert auf Prozesse, Zusam­­me­n­a­r­­beit und die kriti­­sche Beob­ach­tung rela­ti­o­na­­ler Systeme inner­halb kultu­rel­­ler Produk­ti­­ons­­zu­­sam­­men­hänge in profes­­si­o­­nel­len und akade­­mi­­schen Kontex­ten welt­weit.

17:05–17:15 Instagram
Martino De Gran­­dis (er/ihm) ist ein italie­­ni­­scher Foto­­graf und Innen­­a­r­chi­tekt, der in den Berei­chen Archi­tek­tur, Bild­­ge­­sta­l­tung und Objek­t­­kul­tur tätig ist.
In seiner Arbeit unter­­sucht er, wie wirt­­schaft­­li­che, kultu­relle und ökolo­­gi­­sche Bedin­­gun­­gen die Gesta­l­tung und Wahr­­neh­­mung von Räumen prägen und wie sich Macht­­ver­­häl­t­­nisse in Umge­­bun­­gen, räum­­li­chen Prak­ti­ken und Bildern mani­­fes­tie­ren und vermit­teln.
Durch kolla­­bo­ra­tive Forschung, orts­s­­pe­­zi­­fi­­sche Insta­l­la­ti­o­­nen, foto­­gra­­fi­­sche Arbei­ten und Ausstel­­lun­­gen entwi­­ckelt er speku­la­tive Narra­tive und alter­na­tive Perspek­ti­­ven, die unsere gebaute Umwelt kritisch hinter­fra­­gen.
17:15–17:25 Instagram

Das Kollek­tiv Contre­­ma­r­che ist ein Zusam­­menschluss von Raum­­­ge­­sta­l­ter:innen. Durch inter­­dis­­zi­p­li­näre Zusam­­me­n­a­r­­beit erforscht es die Bezie­hun­­gen zwischen Menschen und den Räumen, die sie bewoh­­nen, mit beson­­de­rem Augen­­­merk auf Mate­ri­a­­lien und deren Wege und Trans­­for­­ma­ti­o­­nen. Das Kollek­tiv arbei­tet in den Berei­chen Szeno­­gra­­fie, Insta­l­la­tion, Bühnen­­­bild und Objek­t­­de­­sign.

15:55–16:30 / 17:30–21:00 Website

La dalle ist ein 2023 von Julie Chavaz und Angé­­li­que Kuenzle gegrün­­de­tes Kollek­tiv, dessen Praxis an der Schnit­t­­stelle von Archi­tek­tur, Hand­­werk und Ernäh­rung ange­­sie­­delt ist. Ihre Arbeit unter­­sucht Räume und Terri­to­rien im Wandel und nutzt kuli­na­ri­­sche Gesten als Instru­­ment, um die gebaute Umwelt zu lesen, zu inter­pre­tie­ren und mit ihr in Dialog zu treten.

Als Frauen, die aktiv im Bauwe­­sen tätig sind, setzen sich Julie Chavaz und Angé­­li­que Kuenzle mit der Rolle alter­na­ti­­ver Arbeits- und Praxis­­for­­men in einem nach wie vor weit­­ge­hend männer­­do­­mi­­nier­ten Umfeld ausein­an­­der. Dabei erfor­­schen sie Ansätze, die auf Fürsorge, Zusam­­me­n­a­r­­beit und verkör­­per­tem Wissen beru­hen.

Ihre Perfor­­man­­ces finden an Orten statt, die sich im Wandel befin­­den, etwa auf Baus­tel­len, in Brachen oder in leer­s­te­hen­­den Gebäu­­den. Sie schaf­­fen kollek­tive und vergäng­­li­che Erfah­run­­gen, die die Codes und Hier­a­r­chien der Bauin­­dus­trie hinter­fra­­gen und umdeu­ten. Durch die Verbin­­dung von räum­­li­cher Erkun­­dung und kuli­na­ri­­schem Handeln öffnet La dalle diese Orte für gemein­­same und sinn­­li­che Formen der Aneig­­nung und schafft Begeg­­nungs- und Austauschräume.

Indem das Kollek­tiv etablierte Normen und fest­­ge­legte Nutzun­­gen infrage stellt, lädt es dazu ein, neue Wege des Bewoh­­nens und Erle­­bens von Terri­to­rien zu denken. Geschmack wird dabei zu einem künst­le­ri­­schen und sozi­a­len Medium, das Geschich­ten offen­le­­gen, Verbin­­dun­­gen schaf­­fen und Narra­tive neu erfin­­den kann, die in Mate­ri­a­­li­tät, Arbeit und Boden verwur­­zelt sind.

Über HELGA

HELGA wurde 2012 als Austausch­­for­­mat für die Schwei­­zer Szeno­­gra­­fie gegrün­­det und hat sich seit­her als Diskus­­si­­ons­­fo­rum und wich­ti­­ger Treff­­punkt für Fach­­per­­so­­nen aus den Berei­chen Szeno­­gra­­fie und Kommu­­ni­­ka­tion im Raum etabliert.

Nach Stati­o­­nen in Luzern (2012–2014), Zürich (2015–2017), Basel (2018–2021) und erneut Luzern (2022–2024) findet HELGA zum ersten Mal in der West­schweiz statt. Gast­­ge­­ber von 2025 bis 2027 ist das mudac in Lausanne, das damit die Bedeu­tung der Szeno­­gra­­fie für seine eigene Ausstel­­lungs­­tä­tig­keit hervor­­he­­ben und den Austausch zwischen Fach­­per­­so­­nen über Sprach­­gren­­zen hinweg fördern möchte.

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