Isao Takahata
24.04 → 27.09.2026
© Heidi, Studio 100 international
Pionier des zeitgenössischen Animationsfilms, von der Nachkriegszeit bis zum Studio Ghibli
Die in der Schweiz einzigartige Ausstellung zeichnet Takahatas Laufbahn nach – von Heidi (1974) über Die letzten Glühwürmchen (1988) bis hin zu Die Legende der Prinzessin Kaguya (2013) – durch seine Notizbücher und Storyboards, Originalzeichnungen, Cels, Film- und Videoauszüge sowie audiovisuelle Dokumente.
Pionier des zeitgenössischen Animationsfilms, von der Nachkriegszeit bis zum Studio Ghibli
Die in der Schweiz einzigartige Ausstellung zeichnet Takahatas Laufbahn nach – von Heidi (1974) über Die letzten Glühwürmchen (1988) bis hin zu Die Legende der Prinzessin Kaguya (2013) – anhand seiner Notizbücher und Storyboards, Originalzeichnungen, Cels, Film- und Videoauszüge sowie audiovisueller Dokumente.
Sie hebt zudem einen völlig neuen Aspekt hervor: die besonderen Beziehungen, die Takahata sein Leben lang zum Westen pflegte – von seiner intellektuellen Ausbildung bis zu seiner Rolle als kulturelle Brücke – sowie die Genauigkeit seiner Darstellungen der europäischen Welt in bedeutenden Werken wie Heidi (1974).
Die letzten Glühwürmchen
© Akiyuki Nosaka / shinchosha, 1988
Ein exklusiver Bereich im mudac: Isao Takahata – Ein Leben und ein Werk im Dialog mit dem Westen
Der bislang unveröffentlichte Ausstellungsbereich im mudac widmet sich dem entscheidenden Verhältnis von Isao Takahata zum Westen, insbesondere zum frankophonen Kulturraum. Er zeichnet seine Entdeckung des poetischen Realismus von Prévert nach, der zu einer Quelle seines ästhetischen wie auch politischen Engagements wurde. Zudem werden seine vertieften Forschungen zu La Bergère et le Ramoneur (1953) vorgestellt, anhand von Originaldokumenten, die die Entstehung seiner Berufung zum Animationsfilmer beleuchten. Die Ausstellung thematisiert ausserdem die neuartige Herausforderung, klassische westliche Erzählungen für den Animationsfilm zu adaptieren – Heidi (1974), Marco (1976), Anne mit den roten Haaren (1979) – und dabei ethnografische Genauigkeit mit einem dokumentarischen Anspruch zu verbinden. Schliesslich hebt sie Takahatas Austausch mit westlichen Künstlern wie Grimault, Ocelot, Back oder Norstein hervor, ebenso wie seinen Einfluss auf das weltweite Animationskino und seine bedeutende Rolle bei der Anerkennung dieses Genres als eigenständige Kunstform. Dieser Ausstellungsparcours verdeutlicht die Bedeutung nachhaltiger kultureller Austauschprozesse und zeigt Takahata als eine zentrale Figur des Dialogs zwischen Kulturen – und als Inspirationsquelle über Grenzen hinweg.
Isao Takahata
Isao Takahata
© Yasuo Ôtsuka
Isao Takahata (1935–2018) zählt zu den grossen Persönlichkeiten der internationalen Animationskunst. Als Mitbegründer des Studio Ghibli zusammen mit Hayao Miyazaki im Jahr 1985 schuf er bereits seit den 1960er-Jahren ein Werk, das zugleich anspruchsvoll, poetisch und innovativ ist. Mit seinem zutiefst humanistischen Blick, seinem Gespür für Erzählungen und seinen formalen Kühnheiten erneuerte Takahata die Sprache des Zeichentrickfilms, indem er ihn von seinen traditionellen Codes löste und zu einer eigenständigen Kunstform erhob – anerkannt für das, was er selbst “die Erfindung der animierten Realität" nannte.
| Globalkurator | Kazuyoshi Tanaka (Studio Ghibli) |
| Wissenschaftlicher Beirat | Ilan Nguyên (MEMA - Musée Européen du Manga et de l’Anime) |
| Kurator·innen für den neuen Bereich im mudac | Xavier Kawa-Topor (NEF-Animation) Ilan Nguyên (MEMA) |
- With special support by Studio Ghibli
- Produced in collaboration with NHK Promotions Inc.
- With cooperation of The Tokuma Memorial Cultural Foundation for Animation, SHINCHOSHA Publishing Co., Ltd.