Neuauf­lage von Möbeln von Jean Tschumi durch BIG-GAME und Girs­ber­ger

Sessel und runder Tisch aus dunkelgrün-schwarzem Marmor, entworfen von Jean Tschumi, in der Eingangshalle

© unbekannt, 1956

Seit dem Bau ihres Hauptsitzes durch den modernistischen Architekten Jean Tschumi im Jahr 1956 pflegt die Vaudoise Versicherungen eine privilegierte Beziehung zwischen Architektur, Kunst und institutioneller Identität.

Diese Vision, die auch heute noch leben­dig ist, prägt ein leben­di­ges Erbe, das die Entwick­lung der Gesell­schaft beglei­tet. Der von Jean Tschumi entwor­fene Haupt­sitz der Vaudoise veran­schau­licht einen ganz­heit­li­chen Ansatz, bei dem Gebäude, Möbel, Farben und Kunst­werke ein harmo­ni­sier­tes Ensem­ble bilden – ein wahres Ausdrucks­bei­spiel der Corpo­rate Archi­tec­ture. Diese Philo­so­phie setzt sich dank der seit 1955 akti­ven Kunst­kom­mis­sion fort, die darauf achtet, die Samm­lung durch die Unter­stüt­zung zeit­ge­nös­si­scher Kunst zu berei­chern und das kultu­relle Erbe zu fördern.

Reno­va­tion der Zeder und Zusam­me­n­a­r­beit mit BIG-GAME und Girs­ber­ger

Anläss­lich der jüngs­ten Reno­va­tion der Zeder beauf­tragte die Vaudoise das Lausan­ner Desi­gnstu­dio BIG‑­GAME – 2004 von Augus­tin Scott de Martin­ville, Elric Petit und Grégoire Jean­monod gegrün­det – damit, bestimmte von Jean Tschumi entwor­fene Möbel anhand der noch vorhan­de­nen Origi­nal­pläne an heutige Mate­ri­a­lien und zeit­ge­mässe Ferti­gungs­tech­ni­ken anzu­pas­sen. Die Neuauf­la­gen wurden vom Schwei­zer Herstel­ler Girs­ber­ger (gegrün­det 1889) reali­siert, dessen Know-how im hoch­wer­ti­gen Möbel­bau und dessen ausge­präg­tes Desi­gnver­ständ­nis ihn zu einem nahe­lie­gen­den Part­ner für ein Projekt mit solch hohen Ansprü­chen mach­ten.

Da nur wenige Möbel­stü­cke in ihrem ursprüng­li­chen Zustand erhal­ten geblie­ben waren, bestand die Heraus­for­de­rung für Desi­g­ner und Hand­wer­ker darin, die fehlen­den Elemente aus Unter­la­gen zu rekon­stru­ie­ren, die eher Skiz­zen als detail­lierte Ausfüh­rungs­pläne waren, um den Absich­ten Tschu­mis treu zu blei­ben. In eini­gen Fällen muss­ten zudem Farben und Mate­ri­a­lien anhand histo­ri­scher Foto­gra­fien und Archiv­do­ku­mente neu bestimmt oder inter­pre­tiert werden. Aus dieser Zusam­me­n­a­r­beit entstan­den vier Neuauf­la­gen: ein Stuhl, ein Sessel, ein Beistell­tisch sowie der grosse Marmor­tisch, der auf histo­ri­schen Foto­gra­fien der Eingangs­halle zu sehen ist.

Ausstellung Jean Tschumi Designer im Raum Le Carré

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BIG-GAME/Girsberger, réédition de la Petite table dessinée par Jean Tschumi en 1956, 2025. Noyer américain, acier, aluminium

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BIG-GAME/Girsberger, Neuauflage des Sessels ohne Armlehnen, entworfen von Jean Tschumi im Jahr 1956, 2025. Kunstleder, Stahlblech, Eisen, Aluminium

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Jean Tschumi, Sessel mit Armlehne, 1956. Metallgestell, Stoff, Armlehne aus Holz

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“Die Wieder­auf­lage dieser verschwun­de­nen Möbel­stü­cke basierte zunächst auf einer sorg­fäl­ti­gen Recher­che, bei der wir die in den verfüg­ba­ren Zeich­nun­gen, Plänen oder Foto­gra­fien enthal­te­nen Infor­ma­ti­o­nen zusam­men­führ­ten und akri­bisch über­prüf­ten. Unser Ziel war es, die möglichst origi­nal­ge­treue Methode anzu­wen­den, um diese Möbel mit zeit­ge­nös­si­schen Tech­ni­ken zu rekon­stru­ie­ren und dabei die ursprüng­li­chen Zeich­nun­gen von Jean Tschumi genau zu respek­tie­ren." – BIG-GAME

“Unsere grösste Heraus­for­de­rung bestand darin, den Geist der origi­na­len Zeich­nun­gen von Jean Tschumi mit abso­lu­ter Präzi­sion in eine zeit­ge­mässe Umset­zung zu über­tra­gen. Gemein­sam mit BIG‑­GAME und der Vaudoise haben wir diese sorg­fäl­tige Recher­che in eine stim­mige Mate­ri­a­li­tät verwan­delt, die der Geschichte des Ortes und dem ursprüng­li­chen Ausdruck seiner Möbel treu bleibt." – Girs­ber­ger SA, Custo­mi­zed Furni­ture