1,2,3… soleil !

Arti­kel verfasst von Marie Jolliet

Alice Bucknell, Staring at the Sun, 2024

© Alice Bucknell

Jeden Tag stehen wir auf, wenn er am Himmel erscheint, und gehen schlafen, wenn er verschwunden ist. Es ist natürlich die Sonne!

Ener­gie

Wuss­test du, dass die Sonne zur Strom­er­zeu­gung genutzt werden kann? Dank Sola­r­pa­nee­len werden Sonnen­strah­len in Ener­gie umge­wan­delt, die wir beispiels­weise in unse­ren Häusern nutzen. Heute ist dies die güns­tigste Quelle zur Strom­er­zeu­gung! Diese Paneele haben jedoch ein beson­de­res Ausse­hen: blaue oder schwa­rze, reflek­tie­rende Plat­ten, alle gleich, anein­an­der­ge­fügt wie große Insek­ten. Viele Menschen finden sie nicht beson­ders schön und empfin­den sie als domi­nant in der Land­schaft. Wenn wir mehr davon instal­lie­ren wollen, müssen wir über ihre Form und Plat­zie­rung nach­den­ken. Tatsäch­lich handelt es sich hier­bei nicht nur um eine inter­es­sante Tech­no­lo­gie zur Begren­zung der globa­len Erwär­mung, sondern auch um Elemente, die Teil unse­rer Land­schaft werden. Dies ist unter ande­rem die Aufgabe von Desi­g­nern – den Perso­nen, die die Objekte oder Systeme entwer­fen, die wir nutzen.

Gesund­heit

Vor über hundert Jahren, am Ende des 19. Jahr­hun­derts, begann man in der Schweiz mit dem Bau von Sana­to­rien. Dieser unge­wöhn­li­che Name bezeich­net Gebäude, oft in den Bergen, in denen Menschen mit Atem­wegs­er­kran­kun­gen, wie Tuber­ku­lose, sich ausru­hen konn­ten. Leysin ist einer der belieb­tes­ten Orte. Die Pati­en­ten profi­tier­ten von der reinen Berg­luft und auch von der Sonne. Man glaubte außer­dem, dass die Sonne bei der Heilung hilft und das Immun­sys­tem (die Wider­stands­kraft gegen Krank­hei­ten) stärkt. In diesen Gebäu­den wurden spezi­ell nach Süden ausge­rich­tete Terras­sen ange­legt, damit die Menschen sich der Sonne ausset­zen konn­ten. Diese Praxis nennt man „Helio­the­ra­pie“, eine Kombi­na­tion aus dem Wort Helios, dem grie­chi­schen Sonnen­gott, und „The­ra­pie“. Es handelte sich dabei nicht um Urlaub – die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten muss­ten einen genauen Rhyth­mus der Sonnen­ex­po­si­tion und eine strenge Diät einhal­ten.

Die Sonne und der Urlaub

Wenn man an Sonne denkt, denkt man oft an Urlaub am Meer. Das ist heute der Fall, aber das war nicht immer so. In der Schweiz gibt es erst seit etwa hundert Jahren bezahlte Urlaubs­tage. Seit­dem können die Menschen leich­ter in den Urlaub fahren. Der Strand ist zu einem Ort gewor­den, an dem man sich entspan­nen und stun­den­lang in der Sonne liegen kann – etwas, das im Alltag oft nicht möglich ist. Sonnen­bräune wurde dann modisch, was früher nicht unbe­dingt der Fall war. Manche Menschen began­nen sogar mit dem Nackt­ba­den und sonn­ten sich völlig nackt!

An den Strand zu gehen kann die beste Zeit des Jahres sein. Urlaub und Sonne werden auch genutzt, um uns aller­lei Dinge zu verkau­fen: Bade­an­züge, Sonnen­cre­mes, schim­mernde Öle mit Monoï…

Die Sonne erzäh­len und darstel­len

Die Sonne ist für Lebe­we­sen so wich­tig, dass sie schon seit sehr langer Zeit in Reli­gion, Geschich­ten, Erzäh­lun­gen und Gemäl­den präsent ist. Im alten Ägyp­ten zum Beispiel war es der Gott Ra, der tags­über mit einem Sonnen­boot über den Himmel reiste. Viele Könige oder Kaiser verban­den ihr Bild mit diesem Symbol, um ihre Macht zu sichern: Sie würden wie die Sonne sein, ohne die ihr Volk nicht leben könnte. Der König von Frank­reich, Ludwig XIV., wurde daher der Sonnen­kö­nig genannt.

Kennst du Bücher, Filme oder Comics, in denen die Sonne eine wich­tige Rolle spielt? Es gibt sehr viele, zum Beispiel der Comic Der Tempel der Sonne aus den Aben­teu­ern von Tim und Struppi.

Dieser Arti­kel wurde in Zusam­me­n­a­r­beit mit Carré Pointu, der klei­nen ernst­haft witzi­gen Zeitung, verfasst.