Terra. Das Design unseres Planeten

Ist die Erde ein Designobjekt geworden? Ein Artefakt, das die Menschen vermessen, kontrollieren und sogar verändern können?

Diese Ausstellung untersucht ein Verhalten, das seit der Sesshaftwerdung des Menschen existiert: das Design unseres Planeten. Seit der wissenschaftlichen Revolution der Aufklärung hat sie sich beschleunigt, vor allem in den 1960er-Jahren durch die Eroberung des Weltraums und den Blick aus dem Weltraum auf die Erde. Entstanden aus der Notwendigkeit der Landwirtschaft und der Organisation menschlicher Aktivitäten, angetrieben durch utilitaristische und draufgängerische Ambitionen sowie eine technowissenschaftliche Denkweise im Zusammenhang mit den industriellen Revolutionen, beruht das Design unseres Planeten auf verschiedenen Verfahren: Die Welt in Karten abbilden, sie durch Raumplanung gestalten, Naturphänomene anhand von Modellen vorhersehen und die heutige Welt vor allem durch Geo-EngineeringProjekte beeinflussen, die bezwecken, auf den Klimawandel mit künstlichen Eingriffen im globalen Massstab zu reagieren.

Versteht man Design als eine Methode, die Projekte und Beziehungen statt Objekte hervorbringt und interessiert man sich für das Verhalten der Menschen gegenüber allem Lebendigen und Nicht-Lebendigen, ermöglicht die Betrachtung unseres Planeten als Designprojekt, wie sie in dieser Ausstellung vorgeschlagen wird, eine kritische Überprüfung unserer zeitgenössischen westlichen Haltung.

Kuratorium
Jolanthe Kugler
Scott Longfellow

Szenografie
Camille Neméthy

Grafische Identität
Notter+Vigne

Fragmentin & Renaud Defrancesco, Displuvium, 2019
Photo © Vandy, Edited by Renaud Defrancesco & Fragmentin
Carte de la Terre carrée et stationnaire, Orlando Ferguson, L.H. Everts & Co., 1893
© Library of Congress
Dome over Manhattan, Richard Buckminster Fuller, 1959
© Richard Buckminster Fuller Estate
Archives des objets impossibles : Globes, Dunne & Raby, 2019. Vue de l’exposition, Alternatives for Living, Haus Lange, Krefeld Kunstmuseen Krefeld.
© Dunne & Raby, Photo: Dirk Rose
Klaas Verpoest, The Solitary One, 2021
© Video still